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Band 29
zweisprachig
 
ISBN / Bestellnr.:978-3-89716-184  
 

William Shakespeare / Frank Günther
King Henry VI. Part 2 • König Heinrich VI. 2. Teil
Shakespeares Königsdramen sind ein Parforceritt durch die englische Geschichte des 14. und 15. Jahrhunderts, eine intensive und oft verstörende Begegnung mit dem blutigen Reigen der Herrscher.

Heinrich VI. ist ein Historiendrama in drei Teilen mit jeweils fünf Akten. Der erste Teil mit dem Titel The First Part of Henry the Sixth ist ca. 1589-90 entstanden, die beiden anderen als The First Part of the Contention of the Two Famous Houses of York and Lancaster und The True Tragedy of Richard Duke of York and the Good King Henry the Sixth ca. 1590–92. Zusammen mit dem Stück Richard III. bilden sie die sogenannte York-Tetralogie.

Inhalt des zweiten Teils:

Am Hofe König Heinrichs VI. präsentiert Lord Suffolk die Französin Margaret, die er während des Krieges gegen Frankreich für den König geworben hat. Der von ihm gleichzeitig besorgte Friedensvertrag mit Frankreich sieht allerdings die Rückgabe der Länder von Anjou und Maine vor, für die des Königs Vater Heinrich V. hart gekämpft hat. Während frühere englische Könige durch ihre Heirat eine Mitgift erhielten, bekommt Heinrich nichts und gibt noch Land fort, wie der anwesende York bemängelt. - Der Protektor Gloucester erzählt seiner Frau von einem Traum, den er hatte: Er sah seinen zerbrochenen Amtsstab mit den Köpfen von Somerset bzw. Suffolk auf jeder Hälfte. - Margaret und Suffolk arbeiten im Verborgenen zusammen und planen, ihre Gegner der Reihe nach auszuschalten. Mit dem Ziel, Gloucester zu stürzen, haben Suffolk und Beaufort, das Haupt der englischen Kirche, Hume angestiftet, Gloucesters Frau zu einer spiritistischen Sitzung zu verleiten. Bei diesem Treffen mit einer Hexe und einem Beschwörer, bei der ein Geist Heinrichs Absetzung und Suffolk Tod zur See verkündet, wird sie festgenommen.

York legt den Lords Salisbury und Warwick seinen Anspruch auf den Thron dar: Edward III. hatte sieben Söhne. Der älteste starb, der zweite wurde als Richard II. König, jedoch von des vierten Sohnes Nachkomme, dem Herzog von Lancaster, abgesetzt, der fortan als Heinrich IV. regierte. Hierauf beruhen die Herrschaft des Hauses Lancaster und letztlich Heinrich VI. Königtum. York stammt aber von Richard II. ab und müsste deshalb König sein. Salisbury und Warwick wollen York unterstützen. - Auf Heinrichs Anordnung muss Gloucesters Frau drei Tage als Büßerin auf den Straßen der Stadt gehen und dann ihre Verbannung auf der Isle of Man antreten; Gloucester hat seinen Amtsstab abzugeben und verliert sein Amt, zumal Heinrich jetzt volljährig ist.

Somerset bringt die Nachricht, dass alle englischen Länder in Frankreich verloren gingen. Durch die Intrigen besonders von Margaret und Suffolk wird Gloucester als Verräter verhaftet. York, der sein künftiges Reich geschmälert sieht, wirft ihm zudem vor, für den Verlust Frankreichs verantwortlich zu sein, da er kein Geld für die englischen Soldaten übersandt habe. Vergeblich beteuert der seine Unschuld, die Mehrheit am Hofe ist gegen ihn. Auf die Nachricht von einem Aufstand in Irland erhält York zur Niederschlagung des Aufstandes eine Armee, was seinen Plänen sehr entgegenkommt. - Zwei von Suffolk gedungene Mörder ersticken Gloucester in seinem Bett. Als sein Tod bekannt wird, empört sich das Volk gegen Suffolk, den es für den Mörder hält; Heinrich verbannt ihn.

Auf See ist Suffolk in die Gefangenschaft einer Schiffsbesatzung geraten und wird enthauptet. An Land führt der von York beauftragte Jack Cademit seinen Anhängern eine Revolte aus. Als Cade, der selbst König werden will, mit seiner Armee in London eindringt, fliehen Heinrich und Margaret aus der Stadt. Cades Schreckensherrschaft endet, als die als Heinrichs Botschafter auftretenden Lords Buckingham und Clifford mit einer Beschwörung Heinrichs V. die Gunst des Volkes gewinnen; Cade ergreift die Flucht. In einem Garten in Kent wird er von dem Eigentümer erstochen. Unterdessen ist die Nachricht eingetroffen, dass York mit einer mächtigen Armee von Irland unterwegs ist; da er vorgibt, er ziehe nur gegen den Verräter Somerset, beordert Heinrich diesen vorsorglich in den Tower.

Auf die Nachricht von Somersets Gefangenschaft entläßt York seine Truppen. Am Hofe muss er jedoch feststellen, dass Somerset frei herumläuft, und macht Heinrich Vorwürfe, zum König nicht geeignet zu sein; er, York sei der König. Auf sein Geheiß erscheinen Salisbury und Warwick. Salisbury bestätigt, dass York der rechte Erbe auf den Thron ist. York tötet Somerset und Clifford. Cliffords Sohn findet den Leichnam seines Vaters und schwört, er werde jedes Mitglied des Hauses York töten, das er trifft. York erklärt in Begleitung seiner Söhne Edward und Richard, er habe den Kampf gewonnen. Salisbury hält dem entgegen, dass ihre Feinde geflohen sind.


 

Frank Günther, geboren 1947 in Freiburg, aufgewachsen in Wiesbaden; Studium der Germanistik, Anglistik und Theaterwissenschaft in Mainz und Bochum; gleichzeitig den Verlockungen des Theaters erlegen: Regieassistenz beim amerikanischen Regisseur Charles Marowitz in Wiesbaden, Bochum und London; darüber Kontakt zum englischen off-off-Theater, im Dunstkreis von Peter Brook, dessen Sommernachtstraum später die Initialzündung für die eigene Theater- und Spracharbeit wurde; intensive Beschäftigung mit englischer Schauspielerausbildung und deren Prinzipien. Regieassistent in Bochum und am Staatstheater Stuttgart; gleichzeitig Lehrauftrag an der dortigen Staatlichen Hochschule für Musik und darstellende Kunst; danach fester Regisseur in Heidelberg; nach zwei Jahren und einem halben Dutzend eigener Inszenierungen aus Ekel vorm Theater nach Amerika geflohen: ein Jahr on the road als Tabakpflücker, Kellner und Tellerwäscher in Kanada und USA, ohne Millionär geworden zu sein; danach Rückkehr nach Deutschland; erste Übersetzungen elisabethanischer Dramatiker und erneute Regiearbeit in Hassliebe zum Theater, etwa in Heidelberg, Bielefeld, Basel und Wiesbaden; Beginn der Shakespeare-Übersetzerei als Auftragsarbeit, die im Laufe der Jahre zur Hauptbeschäftigung wurde; seit 1974 zunehmender Rückzug aus der städtischen Welt aufs Land, wo er heute noch zwischen Büchern und Bienen sitzt und am Schreibtisch theaterspielend alte und neue Dramatik übersetzt. Nach Abschluss der Gesamtausgabe 2014 wird Frank Günther die erste Einzelperson sein, die das Gesamtwerk Shakespeares übersetzt hat. Auszeichnungen und Ernennungen: Christoph-Martin-Wieland-Preis für Übersetzer 2001, Übersetzerpreis der Heinrich-Maria-Ledig-Rowohlt-Stiftung; 2006 Gastprofessur für Poetik der Übersetzung an der Freien Universität Berlin WS 2007/2008.





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