Platen Literaturpreis 2011 an Fitzgerald KuszHelmut Haberkamm, ebenfalls eine Koryphäe im Bereich der fränkischen Dialektdichtung, würdigte seinen Freund und Kollegen in einer wunderbaren Laudatio: »Sehr verehrte Anwesende, liebe Birgit, lieber Fitz, als Franke in Franken jemanden wie Fitzgerald Kusz beschreiben zu wollen, das bedeutet Bratwürste nach Nürnberg tragen, oder Krautsköpfe nach Merkendorf, oder Spiegelkarpfen in den „Aaschgrund“. […] Eine Laudatio soll loben, auch wenn es das Loben hier in Franken – wie wir wissen – sehr, sehr schwer hat: Nix gsachd is globd gnuuch! Aber im Fall von Fitzgerald Kusz muss man einfach loben. Seit ungefähr vier Jahrzehnten verkörpert er die moderne fränkische Dialektliteratur wie kein anderer. Er ist eine Institution. Kult. Ein Klassiker. Allein die Menge an Gedichtbänden, Theaterstücken, Drehbüchern, Hörspielen und Szenen spricht Bände – nicht zu vergessen Hunderte, ja wohl Tausende von Lesungen und Auftritten. Viele seiner Stücke wurden in andere Dialekte und Sprachen übersetzt, wo sie ebenso treffsicher funktionieren. Nicht zuletzt möchte ich hinzufügen, dass er als Mentor auch mir am Anfang sehr geholfen hat und ein noch heute, nach fast 20 Jahren, gültiges Nachwort verfasst hat zu meinem allerersten Gedichtband Frankn lichd nedd am Meer. Deshalb ziehe ich heute von Herzen gerne meinen Hut vor Fitzgerald Kusz, ich sage ihm besten Dank und beglückwünsche ihn zu diesem schönen, noch jungen fränkischen Preis. Im Grunde können wir uns aber selbst gratulieren, dass wir Fitzgerald Kusz haben, hier in Mittelfranken. Er ist ein Pionier der Mundartliteratur, er hat Neuland erschlossen und Bleibendes geschaffen. Wir können wahrlich mit Schiller freudetrunken ausrufen: „Diesen Kusz der ganzen Welt!“ Und was hat das alles mit August von Platen zu tun, mit diesem unglückseligen Dichter, für den Poesie, die Schönheit, die Kunst zum Heilmittel für die Malaise des Lebens werden sollte? Na, ganz einfach: Ansbach und Poesie. Ansbach ist heute Abend ein guter Ort für die Poesie. Also rufe ich freudetrunken aus: Preis diesem Manne, Preis dieser Stadt, Preis der Poesie! Oder auf gut Westmittelfränkisch gesprochen: A Leem lang Biecher schreim Ab und zu Breise grieng dafier – Doo maggsd fei wos mid!«
Foto © Radio 8, Ansbach |
Glanz der 20er-Jahre im Fürther Logenhaus: Ewald Arenz präsentiert seinen neuen Roman Das Diamantenmädchen
Das Fürther Logenhaus – perfektes Ambiente für eine stilechte Lesung. The swinging twenties! Ewald Arenz – wie immer stilecht, in Knickerbocker-Hose und Fliege. Die »Wilde Hilde« am Klavier: Diamonds are a girl´s
best friend? Oh ja! Gespannte Stille im Saal ... |
Savoir vivre pur: Buchpräsentation »Ruf mich an, wenn du tot bist!«
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Tatort Lauf – Rinkes und Ballwieser begeistern das PublikumAnfang Mai 2011 war es endlich so weit: Der erste Krimi über das kleine Städtchen Lauf an der Pegnitz erschien in den Buchhandlungen. Für die erste Lesung war natürlich kein anderer Ort denkbar als der »Tatort« selbst. Die beiden Debüt-Autoren staunten dann auch nicht schlecht über die 250 Gäste, die den Lesesaal der Stadtbücherei Lauf bis auf den letzten Platz gefüllt hatten. Dramaturgisch hatte sich das Lehrerehepaar richtig ins Zeug gelegt. Musikalische Untermalung fand der Spannungsbogen in Charly Fischer von der »Frankenbänd«. In verteilten Rollen stellten Rinkes und Ballwieser das Ermittlerteam im Fall »Kunigunde« vor, nahmen die ersten Zeugenaussagen auf und brachten das Publikum durch einen liebevoll augenzwinkernden Umgang mit ihren urfränkischen Figuren zum Lachen. Natürlich durfte der Mord an diesem Abend nicht gelöst werden. Der Erfolg dieses durch und durch runden Abends sprach dann auch aus den strahlenden Gesichtern der beiden Autoren, der Begeisterung des Publikums und der gähnenden Leere auf dem Büchertisch am Ende des Abends.
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Bürgermedaille der Stadt Nürnberg 2011 geht an Fitzgerald KuszDer Schriftsteller Fitzgerald Kusz wird am 16. Juli mit der Nürnberger Bürgermedaille für seine Verdienste um die Stadt geehrt. |
Johann-Heinrich-Voß-Preis für Frank GüntherDie Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung verleiht den mit 15.000,- Euro dotierten Johann-Heinrich-Voß-Preis für Übersetzung an Frank Günther für seine Shakespeare-Übertragungen ins Deutsche. |
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