Pressekonferenz zum Lyrikband »Kanne Blumma« von Gerhard Falkner
»Dädersdn du des?« - »Naa, des däderd i nedd!« Dieser Dialog zweier Franken in der Nürnberger Straßenbahn sei es gewesen, der Gerhard Falkner zu seinem neuen Lyrikband KANNE BLUMMA inspiriert habe. Das erzählte der diesjährige Träger des Kulturpreises der Stadt Nürnberg am Montag, den 27. September, auf der Pressekonferenz im Institut für moderne Kunst, auf der er vor ausgewählten Pressevertretern sein druckfrisches Werk, das ab nächster Woche im Handel erhältlich ist, präsentierte.
Nach einer kurzen Begrüßung durch Manfred Rothenberger, den Leiter des Instituts für moderne Kunst, stellte die Lektorin Dr. Felicitas Igel, die die Entstehung des Buches vom Manuskript bis hin zur Veröffentlichung begleitete, den vielfach ausgezeichneten Autor und seinen neuesten Lyrikband vor: »Mit seinen einzigartigen Sprachkompositionen gelingt Gerhard Falkner das spannende Experiment, eine Verbindung von moderner Poesie und Mundart zu schaffen, wie es sie bisher nicht gab«. So würden den Leser »akustische fränkische Spezialitäten« aus den verschiedensten Themengebieten erwarten.
Falkner selbst berichtete von einer einjährigen Arbeitszeit mit drei hochintensiven Phasen, in der er sich auf diese neue und nicht erprobte Form des sprachlichen Experiments eingelassen habe. Anhand einiger Beispiele gab er seinen Zuhörern einen tieferen Einblick in seine Arbeit - wie er mit sprachlichen Mitteln eine maximale Mehrdeutigkeit des Textes zu erreichen suchte und so den Dialekt nicht nur zum Mittel der poetischen Aussage, sondern zu ihrem Gegenstand machte.
Abschließend stellte Falkner sich den Fragen der Journalisten. Dabei erklärte er die Anordnung der Gedichte, die den Fokus auf das fränkische, das eigentliche Gedicht, wie der Autor betonte, legt. Auf der rechten Seite steht der Mundarttext und erst auf der nächsten Seite die jeweilige hochdeutsche Übersetzung, so dass der Leser umblättern muss. Denn der Klang und der Rhythmus des Dialekts sollen im Vordergrund stehen, so dass die Dechiffrierung des einzelnen fränkischen Wortes vor der Entzifferung des Inhalts steht. In der Übersetzung ist es zwar unvermeidlich, die Polyvalenz der Mundart zu vereinfachen, doch gerade diese Spannung zwischen den zwei Sprachen, dem Fränkischen und dem Hochdeutschen, lässt die Gedichte noch an Intensität gewinnen.
Deutlich wurde während der Veranstaltung vor allem eines: Den Leser erwartet eine spannende Entdeckungsreise, ein anspruchsvolles Lektürevergnügen und sprachgewordene Herausforderung.
Verleger Norbert Treuheit, Lektorin Felicitas Igel und Gerhard Falkner auf der Pressekonferenz zu KANNE BLUMMA