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6. Juni 2020

Ausflug der Woche: Wanderung von Katzwang nach Schloss Stein/Nürnberg Stadtgrenze

Aus: »Bethang - Nürnberg, Fürth, Erlangen. Wandern an den Grenzen einer Stadtutopie«

Wir stellen Ihenn heute die 10. Etappe des Freizeitführers vor. Diese kurze (Schluss-)Etappe kredenzt ohne größere Mühen durchgehend gefällige Wegstücke an der Rednitz vor bunten Silhouetten.

Weglänge:10,2 km, kaum Steigungen

Netto-Gehzeit: etwas unter 3 Std., plus kleine Abstecher

Wegverlauf: Katzwang – Rednitzgrund – Reichelsdorf – Deutenbach – Stein

Start: in Katzwang; dorthin z. B. mit der S-Bahn S2 von Nürnberg Hbf.

Rückfahrt: möglich in Stein von der Bushaltestelle Stein Kirche (Linien 63/64 nach Röthenbach/U2); schöner: den markierten 500-Meter-Stichweg zum Schloss nehmen (s. 1. Etappe, S. 28); dort Linien 63/64 nach Röthenbach/U2 und 67 nach Fürth Hbf. bzw. Frankenstraße/U1; oder von Stein 1,5 km weiter (vgl. 1. Etappe) zur S-Bahn S4 in Unterasbach

Halte unterwegs: S-Bf. Reichelsdorfer Keller/S2, in Reichelsdorf Buslinie 61 nach Schwabach oder Röthenbach/U2

Einkehrmöglichkeiten: zwei Sportgaststätten (Montag geschlossen, oft erst nachmittags geöffnet):

  • Zum Rednitzgrund in Katzwang (Tel. 0 91 22/7 74 33)
  • TSV Wolkersdorf in Nähe Bf. Reichelsdorfer Keller (Tel. 09 11/96 46 49 37);
  • Brandenburger Wirtshaus (anfragen, Tel. 09 11/63 62 55);
  • vielfach gelobt wird Winzerhof Weinstuben in Nähe Gerasmühle (oft erst ab 16 Uhr, Tel. 09 11/63 79 74);
  • »Schlusseinkehr« vielfältig möglich in Stein

Wanderung:

Auf der Ostseite des S-Bahnhofs Katzwang führt die Bethang- Markierung als Stichweg bzw. Zubringer durch die Allee an der Wolkersdorfer Straße in Richtung Katzwang. Bei den nahen Sportplätzen, noch vor der Gaststätte, treffen wir auf den Bethang-Rundweg. Dort scharf links einbiegen und auf einer geschotterten Fuhre ins Wiesengelände. 

Geradeaus, weder links noch rechts abirrend, halten wir auf die weit vorne sichtbare Eisenbahnbrücke zu. Wir spazieren über Wässerwiesen, auf die der Bauer mittels Staubrettern, sogenannten Schützen, Wasser aus Fluss oder Bach ausleiten darf. 

Zur entsprechenden Zeit findet man hier deshalb schöne Flora vor. Rechter Hand spitzt Neukatzwang über die Baumwipfel, dem man die Berechtigung seiner Namensvorsilbe aus der Ferne am Baustil ansehen kann. Wir betreten Schwabacher Gebiet, nehmen einen Wiesenweg an einem Wassergraben entlang und halten schließlich, den Graben überquerend, im Linksbogen auf einen Schilfgürtel zu. Dort bildet der Weihergraben den versteckten Katzwanger See, ein geschütztes Vogelbrut- und doch auch Badegebiet. Dann gehen wir sowohl unter der neuen, grazilen S-Bahn-Brücke als auch unter der massiven, alten US-Bahnbrücke durch, die 1948 unter Capt. Thomas J. Benesch von der damaligen Besatzungsmacht erbaut wurde, wie wir per Inschrift erfahren.

Wir sind beim Hühnerbühl angelangt, mitten in einem artenreichen Feuchtgebiet. Bei der folgenden Einmündung nach rechts über einen Parkplatz mit Infotafeln zur Libelle. Volle 18 Arten von Libellen sollen auf dem eben durchschrittenen Wegstück zu Hause sein! Weiter auf einem Steg über die Rednitz. Ab der Gaststätte des TSV Wolkersdorf führt die Bethang-Markierung kurz am Fluss entlang. Auf Asphalt passieren wir den S-Bahnhof Reichelsdorfer Keller und sind aus Schwabach wieder zurück in BEthang.

(Wir möchten wegen dieses Häppchens Schwabach nicht gleich von »SENF« – Schwabach-Erlangen-Nürnberg- Fürth – sprechen, so sehr das mehrdeutige Akronym auch lockt.)

Beim Steinhauserweg geht’s sofort links hinein und vor der Hausnummer 105 scharf links zu den Rednitzwiesen, wo es wertvollen Sandmagerrasen gibt. Am rechten Saum der Feuchtwiesen geradeaus ins Landschaftsschutzgebiet, zum Schluss 200 Meter durch die Wiese bis zu den ersten Häusern von Reichelsdorf. In der Schalkhaußerstraße ist, ein wenig nach hinten versetzt, das Schlösslein aus dem späten 17. Jahrhundert zu sehen, mit Satteldach, Zwerchgiebel und Portal, einst dem Patriziergeschlecht der sehr betuchten Waldstromer zu eigen. Sie besaßen unter anderem von 1336 bis 1547 die ganze Ortschaft und den Herrensitz Reichelsdorf. Im Jahr 1922 wurde Reichelsdorf nach Nürnberg eingemeindet.

Bei der Mündung in die Reichelsdorfer Hauptstraße beginnt genau gegenüber die Reichelsdorfer Schulgasse, durch die wir später gehen. Wir werden aber vorsichtig im Rechtsschwenk gelotst. Dabei warten die Event-Gaststätte Brandenburger Wirtshaus (Biergarten) sowie Bushaltestellen (Linie 61) auf uns.


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